Dry needling ist eine Form der Schmerzakupunktur die sofort Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Muskeln und Faszien lösen kann.
Hierbei werden Triggerpunkte angestochen.
Wenn wir Muskeln falsch belasten oder zu lange in einer Haltung verbleiben (sitzen am Pc, unbewusst Schulter hochziehen bei z.B. schlimmen Nachrichten, Angst vor der Zukunft, Sorgen usw.) sammeln sich saure Stoffe: Interleukine, Bradykine u.a. im Muskel und werden, da sie sauer sind, abgekapselt und zu sogenannten schmerzhaften Triggern.
Sobald der Trigger angestochen wird (2-3x) verteilen sich die darin befindlichen sauren Stoffe und der Schmerz und die Bewegungseinschränkung läßt nach (meist auch an ganz anderen Stellen)
Beim Treffen des Triggers, zieht sich der Muskel reflexartig, zusammen, was manchmal eine kurzeitige vegetative Hitzewallung (Schwitzen) erzeugt. Das ist ein positives Zeichen.
Wenn viele Trigger gelöst werden müssen, entsteht aus den freigesetzten sauerhaltigen Stoffen ein Hartspann den man noch 3 Tage fühlt bis der Körper die Stoffe resorbiert hat.
Für eher vorgebildete Leser:
Das winzig kleine Areal von dauerhaft verkrampften Muskelzellen sorgt für eine lokale Entzündungsreaktion mit weitreichenden Folgen.
Der Nachweis dieser Entzündungsreaktion gelang dem amerikanischen Forscher Jay Shah, der seine Forschungsergebnisse im Juli 2005 im Japanese Journal of applied Physiology veröffentlichte.
Er konnte in Triggerpunkten erhöhte Konzentrationen von verschiedenen Neuropeptiden nachweisen:
Substanz P (SP), Tumor Nekrose Faktor α(TNF-α),Interleukin-1β(IL-1 β), Interleukin-6 (IL-6) und Interleukin-8 (IL-8), Calcitonin Gene Related Peptide (CGRP), Bradykinin (BK), Serotonin (SE) und Norepinephrine (NE). Der pH-Wert des Gewebes war deutlich erniedrigt, d.h. es lag eine Übersäuerung vor. Der Sauerstoffanteil in dem Teil des Gewebes ist erniedrigt.
Nach der Behandlung der Triggerpunkte reduzierte sich die Konzentration dieser Entzündungssubstanzen drastisch und der pH-Wert normalisierte sich wieder, d.h. die Übersäuerung ließ nach.
Diese für Laien aber auch für viele Ärzte schwer zu verdauende Information über die Neurophysiologie der Triggerpunkte hilft die Entstehung chronischer, therapieresistenter Schmerzen zu erklären.